August 31, 2020

Listerine

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Innovation ist weniger zielgerichtet und geplant, als man denkt. Viele Durchbrüche beruhen auf Variationen im Design, im Marketing oder im Geschäftsmodell.

Ein Beispiel dafür ist Listerine, benannt nach Joseph Lister, dem Vater der modernen Chirurgie. Listers Forschungen machten die Chirurgie sicherer, weil die Gefahr von postoperativen Infektionen sank. Er setzte sich für die Verwendung von Karbolsäure als Antiseptikum ein, welches das erste verbreitete Antiseptikum wurde. Mit steigendem Wissen über Keime wuchs in der viktorianischen Bevölkerung das Sauberkeitsbedürfnis. Der Markt wurde von karbolsäurehaltigen Reinigungsmitteln und Hygieneartikeln überschwemmt.

Listerine war eines davon. Es wurde 1879 vom Chemiker Dr. Joseph Lawrence entwickelt. Lawrence lauschte einem Lister-Vortrag und begann danach in einer alten Zigarrenfabrik eine Antiseptikum-Produktion. Der Erfolg blieb leider aus. Bis er 1881 den Apotheker Jordan W. Lambert kennenlernte. Lambert kaufte ihm Markenrecht & Rezeptur ab und vermarktete Listerine als vielseitig verwendbares Antiseptikum, u.a. als Bodenreiniger sowie als Heilmittel gegen Gonorrhöe. 1895 kam Lawrence dann auf die Idee, Listerine als antibakterielle Mundspülung an Zahnärzte zu vertreiben. Der Rest ist Geschichte.


Invention innovation principles Joseph Lister innovation


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Nebeneffekte sind oftmals genauso wichtig wie das Ziel Charakteristisch für technisch-wirtschaftliche Großprojekte ist, dass Nebenwirkungen und -effekte, die zur Erreichung des Ziels angestrebt werden,