March 1, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 17

Quelle: NatureQuelle: Nature

80% der Bäume in Deutschland leiden unter den Auswirkungen der Klimakrise. Quelle: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft.

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February 29, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 16

Quelle: NatureQuelle: Nature

Weltweit herrscht große Zustimmung für Klimaschutzmaßnahmen, doch oft unterstellen wir anderen mangelndes Engagement. Studie: Nature Climate Change.

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February 28, 2024

Stanislaw Lem - Solaris

TarkowskiTarkowski

Scifi-Klassiker neu entdeckt: Stanisław Lems Solaris’ ist #ClimateFiction at its finest. Warum ihr das Buch lesen oder die Tarkowski/Soderbergh Filme streamen solltet 🌊

Könnte es sein, dass der Systemzusammenbruch ein Versuch unseres Planeten darstellt, eine Form der Kommunikation mit uns zu etablieren? Ein verzweifeltes Signal in unserer blinden Arroganz gegenüber dem Unvermeidlichen selbst?”

Wäre er noch unter uns, würde Lem so oder so ähnlich seine Brandrede zur Klimakrise eröffnen. Wie kaum ein anderer verstand er es, unsere Interaktionen mit dem Unbekannten zu hinterfragen und über Fortschritt und die Beziehung zwischen Mensch und Natur zu philosophieren.

Es sind Menschen wie er, die heute fehlen. Die Kontext und neue Perspektiven anbieten und die Faust in die klaffende Wunde drücken.

Auf der Suche nach dieser Art von Orientierung griff ich jedenfalls kürzlich ins Bücherregal und nahm Solaris’ heraus.

Das Buch begleitet Forscher auf ihrer Exploration des Planeten Solaris, dessen Ozean ein Bewusstsein aufweist. Dieser manifestiert tiefste Ängste der Crew in physischer Form, sodass sie sich ihren persönlichen Dämonen gegenüber sehen.

Damit erkundet Lem die Schwierigkeiten echter Kommunikation zwischen Lebensformen. Für ihn ist der Planet nicht träge, Solaris hat einen Willen. Es handelt. Und vor allem ist es nicht nur Ressource für die auf ihr dominante lebende Lebewesen.

Die Frage die sich mir beim Lesen aufdrängte: Stellt unsere Betrachtung irdischer Ökosysteme als passive Ressourcen zur Ausbeutung nicht eine ernsthafte Fehleinschätzung ihrer eigentlichen Bedeutung dar?

Für den Menschen mag es offensichtlich sein, dass seine Fähigkeit, Ökosysteme zu zerstören, ihn, und nur ihn, mit der Rechtfertigung zum Handeln ausstattet. Doch neigten wir schon immer dazu, uns größer zu machen, als wir sind.

Denn legen wir eine andere Zeitskala an, sind wir… unrelevant.

So bevölkern Wälder die Erde länger als Menschen. Selbst die Lebensspanne einzelner Bäume ist oft deutlich größer. Hätten Bäume ein Denkvermögen, wären ihre Gedanken anders skaliert. Ihnen wären unsere Krise wahrscheinlich gleichgültig. Auch, weil eine posthumane Welt voller verwesender Leichen ideale Bedingungen darstellt.

Doch vielleicht sind wir Gaia (siehe hier meine Rezension zu James Lovelock: Novacene - The Coming Age of Hyperintelligence) aber auch nicht komplett gleichgültig und Superorganismus Erde startet einen letzten mahnenden Erziehungsversuch, bevor es sich endgültig von den Unverbesserlichen abwendet?

Wie auch immer man es betrachtet, Lem mahnt, unsere Beziehung zur Natur und unserem Zuhause zu überdenken. Kommunikation und Verständnis zwischen unterschiedlichen Formen des Seins stellt eine Herausforderung dar, die Empathie, Offenheit und vor allem eine Abkehr von selbstzentrierten Sichtweisen erfordert.

Wir müssen unsere Ökosysteme als lebendige Wesen achten, die uns nicht gehörig sind. Und genauso sollten wir unser Strebens nach Herrschaft und Ausbeutung zwingend anprangern und ein respektvolleres und regeneratives Verhältnis mit unserer Welt anstreben.

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February 28, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 15

Quelle: NASAQuelle: NASA

Der Meeresspiegel steigt. Die Anstiegsrate hat sich von 20 Millimeter/Jahr (1993) auf 34 Millimeter/Jahr erhöht. Quelle: NASA. Mehr bei Berkley Earth. Siehe dazu auch den Verlust von Eis auf Grönland.

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February 27, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 14

Quelle: Berkeley EarthQuelle: Berkeley Earth

Die letzten neun Jahre waren beträchtlich wärmer, als alle Jahre zuvor (seit 1850) und 2023 toppt nochmal alles. Quelle: Berkeley Global Temperature Report 2023.

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February 26, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 13

Quelle: EUQuelle: EU

Die EU Kommission empfiehlt, die Netto-Treibhausgasemissionen der EU bis 2040 um 90% im Vergleich zu 1990 zu reduzieren. Via European Commission.

Ernsthafte Frage: Welche Regierung gibt seine Wirtschaft aka Wachstumsparadigma für solche drastischen Reduzierungen auf?

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February 23, 2024

William Blake

William Blake, 1799William Blake, 1799

Eins kann man William Blake nicht vorwerfen: Dass er den Wald vor lauter Bäumen nicht sah. Geht am Wochenende mal raus und umarmt einen Baum — es könnte der Anfang von etwas Wichtigem sein 🌳

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February 23, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 12

Natürliche Land- und Ozeansenken nehmen weiterhin 55 % des CO2 auf, das wir in die Atmosphäre pumpen. Quelle: Global Carbon Budget 2023 Paper. Einordnung via Robbie Andrew (Hinweis auf seine Website) und Glen Peters und Pierre Friedlingstein. Website Global Carbon Budget.

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February 22, 2024

Jeden Tag einen Klimadatenpunkt, bis ich es vergesse—Tag 11

Je später globale Emissionen peaken, desto wird desto schwieriger wird es, das 2°C Ziel zu erreichen. Via CarbonBrief.

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February 21, 2024

Wie geht es dem deutschen Wald?

Wald in DeutschlandWald in Deutschland

Wie geht es eigentlich unserem Wald? Eine Frage, die mich stark beschäftigt—nicht nur weil das Wetter wieder Ausflüge in den Taunus zulässt, sondern auch wegen des Scheusal namens Klimawandel 👇

Das Paper Does fragmentation contribute to the forest crisis in Germany? bietet zumindest eine Teilantwort. Die Autoren betonen darin die Bedeutung intakter und zusammenhängender Wälder sowie ihrer Ökosystemleistungen für uns alle. Intakte Wälder speichern nicht nur Kohlenstoff besser als neu aufgeforstete Gebiete, sondern regulieren auch das Mikroklima, tragen bedeutend zur Neubildung von Grundwasser bei, kühlen ganze Regionen ab und und beherbergen eine große Artenvielfalt.

Doch wir in Deutschland haben ein großes Problem.

Aufgrund historischer Entwicklungen in der Land- und Forstwirtschaft in Mitteleuropa—offensichtlich nicht nachhaltig—leben wir inmitten einer mosaikartigen Landschaft aus Wäldern. Diese Fragmentierung beeinträchtigt die Ökosystemfunktionalität der Wälder erheblich. Kleinteilige und abgelegene Waldgebiete weisen nicht nur eine geringere Vitalität auf, sondern auch höhere Temperaturen. In Zeiten zunehmender extremen klimatischen Ereignissen ist das für Resilienz und Robustheit von Ökosystemen fatal.

Ergo sollte es Aufgabe aller sein, bestehende Waldfragmente in größere Kernflächen umzuwandeln. Denn nur größere zusammenhängende Waldgebiete und deren Ökosystemfunktionen können dem Klimawandel etwas entgegensetzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist nicht nur eine verstärkte nachhaltige Bewirtschaftung und Wiederherstellung des Waldes durch Bund, Kommunen und Waldbesitzende erforderlich. Sondern auch die Anerkennung und Wertschätzung der Ökosystemleistungen durch unsere Gesellschaft.

Denn niemand sollte Wald als gegeben ansehen. Er ist gemeinsames Erbe, welches von allen geschätzt und geschützt werden sollte.

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